Page:Tagebuch über Rom (IA tagebuchuberrom01brun).pdf/180

From LibMovIt
This page has been proofread

170

wildzerklüfteten Klippengestade des Anio. Erfreulich ist an den Felsen der noch sprossenden Gebüsche sanftes Grün. Und nun sahen wir die Städte, wo in entzückender Lage, eingeschmiegt im Bergschooß, auf grünen Wiesen, Horazens Tiburnische Villa stand. Vor sich hatte er den mahlerischen Doppelfall der großen Kaskatella; rechts die Campagna und Rom. Hier brach dein Freund voll hoher Entzückung in eures Horazens Lob Tiburs aus, und pries mit strömendem Herzen den heiligen Hain Tiburnus und die tönenden Hallen der Albunea.

Hier erkannte ich im zweyten Augenblick den Gesichtspunkt, aus dem Hakkert das große Gemahlde Tivoli's nahm, welches im Zimmer meiner Freundin Julie Reventlow zu Emkendorf hängt. Vielleicht ist kein größeres Lob des Künstlers möglich, als wenn die Erinnerung uns, in einer so begünstigten Stunde, wie diese, die Kopie neben dem grossen Original der Natur vor die Seele führt.

Jenseits den Kaskatellen steigt stolz die Rui-