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QUELLE DER EGERIA
Den 21. Januar
Rom ist der Wohnsitz sinnender Melancholien, und der Erinnerung geweihter Tempel; auch hat mein Herz die Wonne der Wehmuth nie tiefer empfunden, als hier. Allein besonders ist doch dieser Weg unter den palatinischen Trümmern hier, wo aus der Eichenschwärze die eppichumhangenen Hallen sich heben, höchstschauerlich; und wenn dann links das Colosseum mit raumfangender Größe sich aufthnt, und rechts die ungeheuern Bäder des Caracalla die überhängenden Mauermassen aufbirgen, dann fühl ich mich so umfangen von Vergangenheit und Schwermuth, daß mir die Gegenwart wie in dunkle Fluthen versinkt. Unter dem Bogen des Drusus und der Aquäduct-Halle der Porta Capena hinaus, wo die heutigen Menschlein sich wie Eulen und Krähen in das unzerstörbare Gemäuer eingenistet haben, den immer einsamern Weg bis an die Grotte der Egeria, ists Ein Gedankenzug,