247
Mit Entzücken ersah' ich den Abglanz dieses Geistes in den geist- und lebenvollen Gestalten Raphaels! Mit Ehrfurcht erblickte ich diese erhabenen Umrisse in Michael Angelo's kühnen Bildungen, und verehrte dankbar die Künstler, welche Jahrhunderte, wie die, so Jahrtausende von mir trennen! – Allein dennoch ist und bleibt die Kluft, welche Zeit und Sitte, Religion und Volksgeist, zwischen uns und jenem hesperischen Alter der Kunst gerissen, unausfüllbar, und das erste Gemählde der Welt stelt, nach meinem innigsten Gefühl, noch tief unter der höchsten Antike. Aus der Fülle von edeln Gemählden zeichne ich nur an, was mir besonders zum Geist redete.
Im zweyten Zimmer.
1.) Heilige Familie von Andrea del Sarto. Die Madonnen dieses Künstlers (den ich erst später bey meiner Rückreise über Florenz näher kennen lernte) haben den unterscheidenden Ausdruck ländlicher Einfalt, Munterkeit und Gesundheit. Es sind die fröhlich-