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KIRCHENGEMÄHLDE
Den 16. Februar
Wir reisten heute nach Tras-Tevere, um das berühmte Altarblatt von Annibale Carraccio in der Kirche Francesco a Ripa zu sehn. Das ist ein Kerngemählde, und ich erkenne hier den Mächtigen wieder, der mich zu Bologna so fest ergriff. Maria hält auf ihrem Schooß den todten Sohn; es ist eine hohe edle Gestalt; ein Weib, die Muth hat auszudauern, und Kraft, ihr Leiden ganz durchzuempfinden! Der todte Christ auf ihrem Schooß ist ein Heldenkörper, und das Haupt im großen Styl gedacht, voll tiefer Todesruhe. Allein schöner noch, wie beyde, ist die Magdalena, voll Leidenschaft und lauten Jammers, den sie nur mit äusserster Anstrengung zurückpreßt! Ihr Antlitz ist höchst anziehend, so weiblich verweint, und die blonden Locken lieblich um's Haupt gelegt! Ich möchte Annibale den Mahler der Magdalena nennen; wie man Guido den der Madonna nannte.