315
nem Zimmer. Lange saßen wir ohne Licht, und sahen den Mond feierlich schweben über Rom, und den Abendstern funkeln über dem Janiculus; magisch schimmerten tief unter uns, aus dunkeln Häusergruppen, die Lichter der Stadt.
Den 21. Februar
Die Frühstunden werden immer ganz still und ruhig zugebracht. Mir aber wird Rom mit jedem Tage lieber. Die vollkommene Freyheit, deren der Fremde hier genießt, die Ruhe, mit der ich aus der Fülle des Großen, Schönen und Erhabenen so viel schöpfe, als mein kleines Gefäß zu fassen vermag, verbunden mit der stillen häuslichen Existenz, die meine Schwächlichkeit mir zum Gesetz und mein natürlicher Hang mir zum Genußs macht, geben mir eine Klarheit der Ideen und des Selbstbewusstseyns, ohne welche das Leben nur ein Fiebertraum ist. Ich war heute bey schönem Wetter lange in der Villa Borghese, und gieng mit meinem Freunde N. B. spatzieren. Dies