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Uns aber war der Santo Orazio nicht gnädig; denn so, wie wir Tibur naheten, goß es Regen herab, der aber, während wir beym Rauschen der Cascata zu Mittag aßen, vorübergieng, um sich in den schönsten Frühlingsabend zu verwandeln. Wir giengen aus der Stadt über das Ufer des Annio; auf der Brücke sahen wir die Reflekte purpurner Regenwolken vom Haupt des Monte Cotillo herab, bis tief in die Abgründe hinunterfallen. Lange kletterten wir neben dem großen Wasserfall umher, uns der Rosenschimmer, die im Duftgestäube emporwallten, kindlich erfreuend. An den Ranken und Gebüschen des Felsufers über dunkeln Höhlen zitterten die Regentropfen in tausendfachem Glanze. Wir stiegen bis an die Kapelle vor dem Thor, wo man vom Hange der Felsen einer freyen Aussicht genießt. Die Sonne versank in ein hoch glühendes Wolkenmeer, und schoß Zauberlichter durch die gewundene Thalkluft. Ueber uns wurden die kalten Felsenstirnen vom Purpurlicht erwärmt; vor uns versank die Cam-