Page:Tagebuch über Rom (IA tagebuchuberrom01brun).pdf/81

From LibMovIt
This page has been proofread

73

IV.

SPAZIERGANG IN DER VILLA PAMFILI.

Den 28. Nov.

Ich war krank und traurig. Noch habe ich in Rom keine Zeile, kein Wort der Liebe und Freundschaft von jenseits der Alpen empfangen. Einsam elte ich in die Einsamkeiten der Villa Pamfili, welche Angelika mir als einen geweihten Tempel der Melancholie beschrieben hat. Man muß sich erst durch einen steifen neuern Vorgarten voll Schneiderscherz und Wasserwitz, der sich überall in dünnen Strahlen ergießt, durcharbeiten, bis man unter den hohen Säulenhain des ferngeschenen Pinienhimmels gelangt, und in Dominichini’s Gartenschöpfung wandelt. Wie viel lieber ist mir ein solcher Garten, im alt-italienischen Styl, (von dem der französische eine französische Uebersetzung war, etwa im Geschmack von Motte’s Ilias), als alle unsere Miniaturen der englischen Gärten! Wie viel lieber wandle ich in einer hohen unbeschnittenen Allee majestäti-