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scher Bäume, die auf eine blaue Ferne sich öfnet, als in jenen zwecklos verschlungenen Windegängen, wo man nichts sieht, und vom ewigen Umbiegen fast schwindlicht wird! Hier unter diesem weit verbreiteten Pinienhaine schlug mein beklommenes Herz freyer; ein zarter Rasenteppich ist, Hügel ab und an, gebreitet. Einzig schön ist der freye Ausblick unter dem hellgrünen Laubhimmel dieser königlichen Fichten hinweg, auf ferne Gegenstände, die, aus diesem luftigen Schatten erblickt, einen ganz eigenen Reiz erhalten. Auch strömt die hohe Pinie einen sehr angenehm erfrischenden Duft herab. Man war eben beschäftigt, mit langen Stangen die Frucht dieser Bäume abzuschlagen, welches eine mir ganz neue Fruchtlese war. Um die einzelnen Kerne aus der harzigen Umgebung zu lösen, röstet man die ganze Pignole, und knackt dann die einzelnen Nüsse heraus, welches meine Kinder sich nicht zweymal zeigen liessen; denn von nun an steckte jeder Gärtner den kleinen Blondköpfen (für welche die Italiener, ich glaube Apoll, Bacchus, und vielleicht Guido’s